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Tagebuch 26.01.2026 Meine Überlegungen, wie ich meine Zuchtpaare zusammenstelle stehen in weiten Teilen. In den letzten Wochen (vielleicht auch Monaten) habe ich einige Varianten durchgespielt. Häufig mache ich das auf dem Papier. Zur Bestätigung meiner Überlegungen setze ich dann die Tauben nebeneinander. Sollte ich dann nicht von der Kombination überzeugt sein, gehen die Gedankenspiele weiter. Die hochwertigsten Zuchttauben haben bei der Partnerwahl immer den Vorrang. Für diese Tauben suche ich mir den Partner, der vermeintlich am besten passt. Am Wochenende gab es wieder Keimfutter. Ansonsten besteht die Fütterung aus dem Verbands-Basisfutter mit einem Vitalkorn, 25% Weizen und 25% Gerste. Gritsteine, Magensteinen, Muschelkalk, Tonsteinen, Holzkohle … gebe ich ungefähr dreimal wöchentlich über den Futtertrag. Ich mische verschieden Gritsorten von verschiedenen Herstellern.
Tagebuch 19.01.2026 Ich möchte versuchen, regelmäßig von meinen Abläufen bei den Tauben zu berichten. Derzeit steht alles im Zeichen der Zuchtvorbereitung. Einige überzählige Tauben sind noch vorhanden. Ich muss gestehen, dass ich bei einigen Tauben noch nicht so recht weiß, ob ich sie in die Zucht einsetzen soll. Eigentlich ist mein Credo nur Tauben in die Zucht zu nehmen, von denen ich vollständig überzeugt bin. Während ich diese Zeilen schreibe, komme ich daher immer mehr zu dem Schluss, dass weniger manchmal mehr sein kann. Am Samstag war ich beim Tierarzt und habe Kropfabstriche von zwei Tauben auf Trichomonaden untersuchen lassen. Die Untersuchung gab mir Gewissheit, dass kein Befall vorliegt. Zeitgleich habe ich eine Sammelkotprobe zur parasitologischen und bakteriologischen Untersuchung abgegeben. Das Ergebnis steht noch aus. Meine Tauben werden derzeit so knapp gefüttert, dass die Tröge innerhalb von ca. zehn Minuten leergefuttert sind. Dem Futter mische ich ein- bis zweimal wöchentlich Optibreed und ein Probiotikum bei. Zudem füttere ich mindestens einmal pro Woche gekeimten Weizen und gekeimte Gerste. Die gekeimten Körner sind leichter verdaulich, und ihre Nährwerte sowie der Vitamingehalt verbessern sich durch den Keimvorgang erheblich. Von entscheidender Bedeutung ist jedoch, dass sich kein Schimmel bildet. Dem Quellwasser gebe daher ein wenig Jod bei.
Ein Erfahrungsbericht Was sind meine Prioritäten bei der Auswahl der Zuchttauben? Diese Frage stelle ich mir regelmäßig. Ausgenommen ist natürlich die Vitalität und Zuchtfreude unserer Tauben, die immer an erster Stelle stehen müssen. In meinen Anfängen mit den Altholländischen Mövchen war dies für mich noch eine schwierig zu beantwortende Frage, da ich mit den vielen kleinen aber überaus wichtigen Feinheiten nicht so vertraut war. Dank der offenen und anschaulichen Erklärungen auf den Tierbesprechungen des Sondervereins, gerade auch durch unsere niederländischen Freunde Gerard und Klaas, habe ich über die Jahre viel lernen dürfen. Ein herzliches Dankschön geht auch an Rainer, für die tolle Unterstützung. Die Schnabelsubstanz ist für mich von entscheidender Bedeutung. Nur mit gesunden Schnäbeln ist uns garantiert, dass unsere Tauben ihr Futter ohne Probleme aufnehmen können und wie bisher ihre Jungen selbst erfolgreich versorgen und aufziehen. Der Schnabel muss in beiden Hälften eine kräftige Substanz aufweisen und ähnlich stark sein. Häufig neigt die unter Hälfte dazu, zu schwach und dünn zu werden. Oft einher gehen schwache Schnäbel auch mit kerben und rillenartigen Vertiefungen im Bereich der Schnabeloberfläche. Ein Fehler, den ich bei meinen Zuchttauben ebenso nicht sehen möchte, sind Oberschnäbel, die sich vorne, ähnlich wie bei einem Papagei, nach unten über den Unterschnabel biegen. Der Oberschnabel darf zudem im Übergang zur Schnabelwarze keinerlei Vertiefungen aufweisen (Schnabeldruck). Auf kräftige Köpfe mit einer gewissen Länge lege ich großen Wert. War mir früher nur eine gewisse Stirnfülle wichtig, lege ich nun mein Augenmerk auf die standardgerechte Stirnführung mit einem möglichst gut ausgeprägten Stopp. Bei dem Stopp steigt die Stirn „steil“ an. Schnabel, Warze und Stirn bilden dabei eine ununterbrochene, leicht gebogene Linie. Kurz vor dem Auge stoppt diese Linie, um dann in eine horizontale Kopflinie über zu gehen. Der höchste Punkt des Kopfes liegt dabei vor dem Auge.
Drittes wichtige und zuchtentscheidendes Merkmal sind die formlichen Attribute, wie breite Brustpartie, kompakte Gesamterscheinung und horizontale Haltung. Die breite und volle Brustpartie zeigt sich meistens dann, wenn der Flügelbug gut eingebaut ist und von Brust- und Unterlinie überragt wird. Ein gutes Zeichen für die richtige Brustbreite ist für mich gegeben, wenn ich bei der Handbewertung der Tauben das Gefühl habe, die Taube rutscht mir nach vorne aus der Hand. Sehr gerne setze ich kräftige Täubinnen in der Zucht ein. Lang wirkende Tauben sind für mich persönlich ein Ausschlusskriterium, da die gesamte Harmonie verloren geht und meine bisherigen Zuchterfahrungen zeigen, dass mit solchen Tauben nur schwer ein Fortschritt zu erzielen ist. Immer wichtiger wurde mir, gerade in den letzten zwei Jahren, die horizontale Haltung und ein nicht zu tiefer Stand. Mit den zuvor beschriebenen Merkmalen tragen Haltung und Stand ganz entscheidend zu einer erfolgreichen Ausstellungskarriere unserer Tauben bei. Zu beachten ist dabei, dass sich gerade diese Merkmale nur mit einer ausgiebigen Ausstellungsvorbereitung zeigen. Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesen kurzen Einblicken bei der Auswahl meiner Zuchttauben, etwas helfen und vielleicht auch dazu beitrage, dass unserer Altholländischen Mövchen zukünftig noch etwas schöner werden. René Stephan
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